18.05.10
Ein unabhängiges Schiedsgericht für zahlungsunfähige Staaten -
Rubrik: Finanzplatz Informationen, Pressecommuniqués -
afp
@ 10:27:56
Statt neuer Kredite und Rettungsschirme für hochverschuldete Staaten fordern die Aktion Finanzplatz Schweiz (AFP) und das europäische Schuldennetzwerk Eurodad ein faires und transparentes Insolvenzverfahren. Dieses sollte von einem unabhängigen Schiedsgericht geleitet werden, das die Ursachen der Verschuldung untersucht und sowohl Gläubiger als auch Schuldner in die Verantwortung nimmt. Nicht nur für Griechenland, sondern auch für viele notleidende Staaten im Süden wäre dies ein Ausweg aus der Schuldenfalle.
Derzeit existiert kein Insolvenzrecht für hochverschuldete praktisch zahlungsunfähige Staaten, sondern Gläubiger wie der IWF oder der Paris Club der Geberstaaten entscheiden einseitig, wieviele Schulden sie einem Land erlassen und zu welchen Konditionen. Das ist in höchstem Masse ungerecht: Es negiert die Tatsache, dass die Gläubiger oft eine Mitverantwortung für die Situation der Schuldnerstaaten tragen, weil sie - leichtsinnig oder aus Eigeninteresse - Kredite nicht mit der nötigen Sorgfalt vergeben haben oder bewusst auf Kosten ihrer Schuldner spekuliert haben.
Darum sind wir für die Schaffung eines unabhängigen eventuell der UNO angegliederten Schiedsgerichts, das im Rahmen des Insolvenzverfahrens die Legitimität der Ansprüche aller Gläubiger prüft. Dadurch würden weder Gläubiger noch Schuldner entscheiden, ob und welche Schulden zu welchen Konditionen erlassen bzw. zurückgezahlt würden. Die Höhe des für ein Land verkraftbaren Schuldendienstes würde dabei auch vom Umfang der notwendigen Sozialausgaben abhängig gemacht. Vorbild ist Kapitel 9 des US-Insolvenzrechts für Gemeinden. Ein solches Insolvenzverfahren würde die Schuldner merklich entlasten, der Spekulation angesichts drohender massiver Verluste Einhalt gebieten, die Kreditgeber zu mehr Sorgfalt mahnen, allen Beteiligten mehr Rechtssicherheit bieten und zu mehr Stabilität führen.
Die AFP bedauert, dass sich die Schweiz über den Internationalen Währungsfonds (IWF) am von der EU beschlossenen Rettungsschirm für hochverschuldete Eurostaaten beteiligt. Statt das Schuldenproblem zu lösen, ermuntert dieser Rettungsschirm die Staaten dazu, noch mehr Schulden zu machen. Und es ist fraglich, ob die Spekulation auf Dauer eingedämmt werden kann.
Für weitere Auskünfte:
André Rothenbühler, Aktion Finanzplatz Schweiz, Tel. G 061 693 17 00 oder 079 273 61 43.
11.05.10
Die Generalversammlung der Aktion Finanzplatz Schweiz findet am Donnerstag, 17. Juni 2010, im Bahnhofbuffet Basel (Saal Osaka, erster Stock) statt. Beginn ist um 19.00 Uhr. Wir würden uns freuen, Sie zu diesem Anlass begrüssen zu dürfen.
1. Protokoll der GV 2009
2. Genehmigung der Traktandenliste
3. Jahresbericht 2009
4. Finanzen
4.1. Erfolgsrechnung/Bilanz/Revision 2009
4.1. Budget 2010
5. Mutationen / Wahl des Vorstandes
- Gertrud Ochsner, bisher
- Susanne Leutenegger Oberholzer, bisher
- Barbara Müller, bisher
- Jules Rampini, bisher
- Andreas Missbach, bisher
6. Wahl des Revisors
7. Laufende Aktivitäten
8. Varia
15.04.10
Projet de loi sur l’argent des potentats : des lacunes à combler -
Rubrik: Pressecommuniqués -
afp
@ 11:27:37
Communiqué de presse du 15 avril 2010
Projet de loi sur l’argent des potentats : des lacunes à combler
Les organisations non gouvernementales* (ONG) de développement saluent le projet de loi fédérale sur la restitution des valeurs patrimoniales d’origine illicite de personnes politiquement exposées (LRAI). Toutefois ce projet contient de graves lacunes. En fonction de leurs expériences, les ONG demandent en particulier que la loi soit applicable même en l’absence d’une demande d’entraide judiciaire du pays concerné.
Le projet de loi, mis en consultation par le Conseil fédéral jusqu’à demain, était attendu depuis longtemps. Il devrait permettre d’éviter de devoir rendre de l’argent acquis illégalement à d’anciens dictateurs ou d’anciennes « personnes politiquement exposées » comme ce fut le cas pour la famille Mobutu et pourrait l’être avec les fonds Duvalier.
En renversant le fardeau de la preuve, le projet pose un jalon important. La loi autoriserait en effet le Conseil fédéral, en cas d’accroissement « exorbitant » des avoirs déposés en Suisse de personnes exerçant une charge publique dans un Etat tiers, de bloquer, de confisquer et de restituer à l’Etat concerné, les avoirs litigieux. Etant donné la difficulté pour les autorités de poursuite en Suisse de réunir les preuves de l’origine illégale de ces avoirs, il est raisonnable de demander que ce soit à la personne soupçonnée d’attester de la licéité de ses avoirs. Les principes de proportionnalité et de protection de la propriété sont préservés.
Par contre, dans sa version actuelle, le projet de loi ne permettrait pas d’éviter à la Suisse de se retrouver à nouveau dans la pénible situation de devoir rendre de l’argent à d’anciens dictateurs ou ministres ayant déposé en Suisse des fonds publics détournés.
1. Si la personne politiquement exposée conserve dans son pays une influence telle qu’elle peut empêcher le dépôt d’une demande d’entraide judiciaire, la loi ne peut pas être appliquée. La loi doit permettre la restitution d’avoirs illicites en l’absence de demande d’entraide judiciaire. Les autorités suisses et les organisations de la société civile doivent pouvoir mettre en route une procédure de blocage, de confiscation et de restitution si les autorités du pays d’origine ne peuvent ou ne veulent pas agir.
2. Les projets qui sont appelés à être financés par l’argent restitué doivent être déterminés avant la restitution. Des organisations de la société civile du pays concerné doivent pouvoir jouer un rôle de surveillance (watchdog) sur les flux financiers et la réalisation concrète des projets. Elles doivent être impliquées au même titre que le gouvernement ou les organisations internationales. On a vu, pour la restitution des fonds Abacha au Nigéria, l’importance que jouait cette observation extérieure.
3. Le projet de loi prévoit la possibilité de négocier un arrangement (solution transactionnelle). Ce serait permettre au voleur de conserver une partie de son butin. Un tel arrangement ne constitue pas seulement un risque pour la réputation de la Suisse. Il sabote les efforts des acteurs qui, dans le pays d’origine, cherchent justement à sanctionner les auteurs de détournement de fonds publics. C’est pourquoi nous demandons la suppression pure et simple de cette disposition.
4. La définition de « personnes politiquement exposées » doit être élargie aux dirigeants de grandes entreprises privées. Le projet de loi actuel ne les inclut pas. Or, ces dirigeants sont souvent fort liés au monde politique et participent parfois activement à des réseaux d’enrichissement illégaux.
Pour plus d’informations :
- Olivier Longchamp (Déclaration de Berne) : 021 620 03 09
- Jean-Claude Huot (Action de Carême) : 079 229 18 45
* Action de Carême, Action Place financière Suisse, Alliance Sud, Déclaration de Berne, Pain pour le Prochain, Transparency International Suisse
Medienmitteilung vom 15.4.2010
Neues Gesetz zu Potentatengeldern
Gesetzeslücke muss ganz geschlossen werden
Verschiedene Nichtregierungsorganisationen* aus dem Bereich Entwicklungspolitik begrüssen den Gesetzesentwurf des Bundesrates zur Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte. Allerdings lässt der Entwurf in wichtigen Punkten die Gesetzeslücke bestehen, die er eigentlich schliessen soll. Die NGOs empfehlen aufgrund ihrer Erfahrungen vor Ort dringend, das Gesetz entsprechend zu ergänzen.
Der Gesetzesentwurf, dessen Vernehmlassungsfrist morgen ausläuft, ist ein lange erwartetes Instrument, um künftig problematische Situationen wie in den Fällen Mobutu und Duvalier zu verhindern, in denen die Schweiz offensichtlich illegal erworbene Gelder, die sich in der Schweiz befinden, den Tätern zurückgeben muss.
Der Entwurf sieht als wichtigsten Punkt die Beweislastumkehr vor: Besteht aufgrund einer „aussergewöhnlichen“ Vermögenszunahme gemessen am Salär eines hohen Regierungsbeamten der Verdacht, er habe Staatsgelder veruntreut, kann die Schweiz mit dem neuen Gesetz seine Gelder einziehen und dem Land zurückgeben. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass es für die Untersuchungsbehörden schwierig oder unmöglich ist, im Herkunftsland ausreichende Beweismittel zu besorgen. Das Eigentumsrecht des Verdächtigten bleibt dabei im angemessenen Rahmen geschützt, da es für diesen äusserst einfach ist, den legalen Ursprung seines Vermögenszuwachses nachzuweisen.
Offenkundig können sich aber auch mit dem neuen Gesetz problematische Situationen wiederholen.
1. Im Herkunftsland behalten die Täter ihren Einfluss, auch wenn sie ihr Amt niederlegen, und können mit grösster Leichtigkeit ein Rechtshilfegesuch und damit die Anwendung des neuen Gesetzes vereiteln. Das Gesetz muss deshalb auch anwendbar sein, wenn das Herkunftsland kein Rechtshilfegesuch stellen kann oder will. Namentlich müssen die Schweiz und zivilgesellschaftliche Organisationen ein Verfahren zur Blockierung, Einziehung und Rückführung der Gelder auslösen können, wenn die Behörden des Herkunftslandes nicht handeln.
2. Projekte, die aus den Vermögenswerten finanziert werden, müssen vor der Rückführung definiert werden. Zivilgesellschaftliche Organisationen des Herkunftslandes, die nicht allein technische Expertise einbringen, sondern eine « Watchdog »-Funktion im Herkunftsland ausüben, müssen Einsicht in die Buchhaltung und die physische Umsetzung der finanzierten Projekte haben. Sie müssen zusammen mit Regierungsvertretern und internationalen oder technisch spezialisierten Organisationen am Monitoring zu gleichen Teilen vertreten sein. Ansonsten werden Projekte, die bereits ausgeführt oder nur teilweise oder nie umgesetzt wurden, als „erfolgreiches Resultat“ der Rückführung ausgewiesen, wie der Fall Abacha gezeigt hat.
3. Die im Entwurf vorgeschlagene Verhandlungslösung („gütliche Einigung“) belohnt die Täter mit Straflosigkeit und einem namhaften Teil (40 Prozent) der „Beute“. Dies ist nicht nur rufschädigend, sondern torpediert und schwächt im Herkunftsland gerade diejenigen Akteure, welche die Schweiz eigentlich unterstützen will und die fähig sind, ihren Einfluss zur Verminderung der Veruntreuungs-Delikte geltend zu machen. Die Verhandlungslösung ist deshalb ersatzlos zu verwerfen.
4. Die Definition « Politisch exponierte Personen » muss auf höchste Vertreter privater Unternehmen ausgedehnt werden, weil es sonst für die Leiter von national bedeutsamen Privatunternehmen nicht anwendbar ist. Insbesondere sind diese Personen in gewissen Herkunftsländern mit der Politik verflochten und bilden einen Teil eines Netzwerkes unrechtmässiger privater Bereicherung.
Rückfragen: Max Mader, Aktion Finanzplatz Schweiz, +41 78 808 21 53, +41 61 693 17 00
Jean-Claude Huot, Fastenopfer, +41 79 229 18 45
*Aktion Finanzplatz Schweiz, Alliance Sud, Brot für Alle, Erklärung von Bern, Fastenopfer, Transparency International Schweiz
03.02.10
Le Tribunal fédéral se prononce entièrement en faveur du coupable – le Conseil fédéral intervient.
Fonds Duvalier : vide juridique à combler au plus vite !
La coalition des organisations non gouvernementales (ONG) pour la restitution des fonds Duvalier à Haïti est profondément déçue de la décision du Tribunal fédéral publiée aujourd’hui. Elle espère que la lacune juridique apparue avec les jugements contradictoires rendus dans cette affaire sera comblée rapidement par le projet de Loi sur la restitution des biens mal acquis actuellement en préparation. La coalition est soulagée par la décision de dernière minute du Conseil fédéral de bloquer à nouveau ces fonds.
La coalition d’organisations non gouvernementales composée de l’Action place financière Suisse, de Pain pour le prochain, de la Déclaration de Berne, de l’Action de Carême, de la Plate-forme Haïti de Suisse (PFHS) et de Transparency International Suisse est déçue et préoccupée par la décision du Tribunal fédéral de rendre les fonds Duvalier au clan de l’ancien dictateur. Le tremblement de terre en Haïti aurait dû faciliter la restitution de cet argent en Haïti. La lacune juridique existante est dommageable, tant pour la Suisse que pour le pays d’origine des fonds. Pour cette raison, la coalition est soulagée par la décision de dernière minute du Conseil fédéral de bloquer une nouvelle fois les fonds Duvalier en se basant sur la Constitution.
La coalition suit avec attention les débats sur le projet de loi relatif à la restitution des biens mal acquis de personnes politiquement exposées. Elle s’engagera pour que cette loi autorise un contrôle étendu des processus de restitutions par la société civile. Une transparence complète des processus de restitution, assurée par la participation de la société civile est une condition incontournable si l’on veut empêcher que les fonds restitués ne s’évaporent dans des projets inexistants où déjà terminés, comme cela a été le cas lors de la restitution des fonds Abacha en 2006, ou que les sommes restituées disparaissent dans les poches de quelques privilégiés parvenant ainsi à s’enrichir illégalement.
Dans son arrêté, le Tribunal fédéral estime que les délits de corruption dont le clan Duvalier s’est rendu coupable étaient prescrits. Il ne remet toutefois pas en question l’origine criminelle des fonds Duvalier.
Le 24 août de l’an passé, la fondation liechtensteinoise Brouilly avait recouru auprès du Tribunal fédéral contre le jugement du Tribunal pénal fédéral. Celui-ci avait admis une décision du ministère de la Justice prise en février 2009, selon laquelle les fonds Duvalier devaient être restitués en Haïti et utilisés pour des projets de développement. La fondation Brouilly administrait la partie bloquée en Suisse de la fortune privée de Jean-Claude Duvalier (« Bébé Doc ») et de sa mère, Simone.
Pour de plus amples informations :
Max Mader, Action place financière suisse, +41 61 693 17 00, +41 78 808 21 53
Jean-Claude Huot, Action de Carême, +41 21 617 88 80, +41 79 229 18 45
Communiqué de presse, 3 février 2010